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Inturotel

III Inturotel-Gespräche über die Archäologie im Mittelmeerraum 

Dezember 16, 2025
Lesezeit: 05:40 Minuten

Am 12. Mai 2025 fand unter der Leitung von Frau Dr. Carmen de las Heras Martín, der Konservatorin und stellvertretenden Direktorin des Nationalmuseums und Forschungszentrums Altamira die dritte Ausgabe der „Gespräche über die Archäologie im Mittelmeerraum“ von Inturotel mit dem Titel „Die Höhle von Altamira: 30.000 Jahre Geschichte“ statt. Die Expertise und das profunde Wissen von Frau Dr. De las Heras reichen weit über die Höhle von Altamira hinaus und gaben somit auch einen Einblick in die paläolithische Vorgeschichte Kantabriens und somit Europas.



            Die Konferenz ermöglichte eine eingehende Betrachtung sämtlicher Aspekte der Höhle von Altamira sowie deren Bedeutung. Zunächst gab Frau Dr. De las Heras einen historischen Überblick über die Entdeckung der Höhle und die dort seit mehr als 150 Jahren durchgeführten Forschungsarbeiten. Der erste Mensch, der sie nach 15.000 Jahren im Jahr 1868 wieder betrat, war ein Jäger namens Modesto Cubillas. Jahre später stattete dann Marcelino Sanz de Sautuola, der Besitzer des Geländes, auf dem sie sich befindet, der Höhle einen Besuch ab und wurde zu einem überzeugten Verfechter der Echtheit der Malereien, die damals als Fälschungen abgetan worden waren. Viele Jahre später, nach dem Tod von Sautuola, wurde die Echtheit der Malereien letztendlich anerkannt. Insbesondere war dies dem französischen Professor Émile Cartailhac zu verdanken, der 1902 einen berühmten Artikel (Schuldbekenntnis eines Skeptikers) veröffentlichte, in dem er seinen Fehler, das Alter der Malereien angezweifelt zu haben, einräumte und zugab, dass er sich geirrt hatte.



Sein Erhalt ist die größte Sorge der Wissenschaftswelt


            Anschließend ging es in dem Vortrag um die Probleme ihrer Erhaltung, die im Laufe der Jahre immer gravierender geworden sind. Tatsächlich musste die Höhle für die Öffentlichkeit geschlossen werden, wobei heutzutage Besichtigungen der echten Höhle nur noch nach Eintragung in eine Warteliste möglich ist, die Wartezeit mehrere Jahre beträgt und nur maximal fünf Personen pro Woche eingelassen werden. Der Grund hierfür sind die Feuchtigkeit und Kontamination, denn jeglicher Pilzbefall fügt ihr erheblichen Schaden zu. Heutzutage haben die Erhaltungsbedingungen im Inneren der Höhle oberste Priorität. In der Tat wurde im Jahr 2001 eine Nachbildung der Höhle, die sogenannte „Neocueva”, gebaut, die sich nun Tausende und Abertausende von Besuchern ansehen.


Die Interpretation der Gemälde bleibt ein Rätsel


            Im Anschluss befasste sich Frau Dr. De las Heras mit der Frage der möglichen Interpretationen der Malereien und stellte dabei aber auch klar, dass dieses Thema für die Wissenschaft derzeit keineswegs an erster Stelle steht. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt konzentrieren sich die Bemühungen auf die Konservierung, die Dokumentation weiterer Malereien sowie auf neue Datierungen.


            Tatsächlich wurden in den letzten Jahren neue Figuren und vor allem auch zahlreiche geometrische und abstrakte Elemente entdeckt, die schwer zu interpretieren sind, aber den Bestand paläolithischer Kunst exponentiell vergrößert haben. Frau Dr. De las Heras betonte zudem ausdrücklich, dass gerade die Datierungen als die bedeutendsten wissenschaftlichen Entdeckungen der letzten Zeit anzusehen sind. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt haben die ältesten Malereien ein Alter von rund 32.000 Jahren (und sind somit älter als bisher angenommen), während die jüngsten etwa 13.000 Jahre alt sind, ein Zeitpunkt, von dem man annimmt, dass der Höhleneingang einstürzte und sie von der Außenwelt abschnitt, bis Cubillas sie im 19. Jahrhundert erneut entdeckte.



Kenntnis der Umgebung der Höhle


            Einer der Höhepunkte des Vortrages war die Präsentation eines 2003 begonnenen und 2016 mit dem Titel „Los tiempos de Altamira. Actuaciones arqueológicas en las Cuevas de Cualventi, el Linar y las Aguas” (Alfoz de Lloredo, Cantabria, España)(„Die Zeit von Altamira: Archäologische Ausgrabungen in den Höhlen Cualventi, El Linar und Las Aguas (Alfoz de Lloredo, Kantabrien, Spanien)“ veröffentlichten Forschungsprojekts. Das Hauptziel dieses Projekts war es, einen besseren Einblick in die Lebensumstände der Menschen zu gewinnen, die Altamira seinerzeit besuchten. In der Tat sind die Ausgrabungen in der Höhle selbst mittlerweile fast abgeschlossen, und darüber hinausgehend ist es von enormer Wichtigkeit, dass die Fundstätte nicht beschädigt wird. Aus diesem Grund kann die Untersuchung und Erforschung der drei oben genannten Höhlen neue Erkenntnisse über die Menschen liefern, die in der Altsteinzeit in dieser Gegend lebten, da es sich hierbei zweifellos um Orte handelt, die von denselben Bevölkerungsgruppen frequentiert wurden. Nach jahrelanger Forschung wurden bedeutende Fortschritte bezüglich des geologischen Bewusstseins für dieses Gebiet und seine Paläoumwelt erzielt, wodurch ein viel klareres Verständnis des Klimas, der Vegetation sowie der Land- und Wassertiere gewonnen wurde, die mit den prähistorischen Menschenpopulationen koexistierten. An einigen der ausgegrabenen Stellen wurden neben Knochen auch Kunstgegenstände gefunden. Für ein tieferes Verständnis dieser Aspekte kann man den Bericht über das oben genannte Projekt auf der Website des Altamira-Museums einsehen sowie auch Monografia 26, eine monografische Publikation, die sich ausschließlich mit dem Projekt befasst.   


    


Verbreitung des archäologischen Erbes des Mittelmeers


Abschließend fand eine lebhafte Debatte zwischen dem zahlreich erschienenen Publikum und der Referentin statt, die freundlicherweise alle Fragen beantwortete. Dies unterstreicht das hohe wissenschaftliche Niveau dieser Gespräche, die nun schon seit drei Jahren stattfinden und die auch 2026 zweifellos das gleiche Interesse wecken und die gleichen hohen Standards bieten werden, dank der Felanitx eine solch herausragende Position als privilegierter Ort für die Verbreitung der Archäologie erlangt hat und die Inturotel als wichtigen Förderer des Kulturerbes des Mittelmeerraums stärken, dessen Gewässer unsere geschichtsträchtigen Küsten umspülen.

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