Wenn man durch Cala d’Or schlendert, entlang der weißen Straßen, die von jahrhundertealten Pinien gesäumt sind, oder in den ruhigen, türkisfarbenen Buchten schwimmt, könnte man leicht glauben, der Ort sei wie Cala Figuera oder Portocolom in alten Zeiten gegründet worden. Doch Cala d’Or ist viel jünger – entstanden aus dem Traum und der Leidenschaft eines Visionärs.
Hinter der Schönheit und dem unverwechselbaren Charakter, die Cala d’Or heute ausmachen, steht ein bemerkenswertes kulturelles und städtebauliches Projekt, geboren aus der Vorstellungskraft des Künstlers Pep Costa Ferrer, auch bekannt als „Picarol“. Inspiriert von der traditionellen ibizenkischen Architektur und angetrieben von einer tiefen Liebe zur Natur formte er mit seiner Vision dieses kleine weiße Dorf, das zwischen malerischen Buchten und Pinienwäldern idyllisch eingebettet liegt. Ein mediterraner Traum, der Wirklichkeit wurde.
In diesem Beitrag möchten wir diese Geschichte erneut aufleben lassen: den Mann, der Cala d’Or erdachte und erschuf, die Architektur, die seine Identität prägt, und das kulturelle Vermächtnis, das bis heute fortbesteht.
Auf der Suche nach Schönheit im Einklang mit der Natur
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts bestand das Gebiet, das heute als Cala d’Or bekannt ist, aus unberührten Buchten und dichten Pinienwäldern, die bis zum Meer hinabreichten. Im Jahr 1933 fasste Costa Ferrer - Illustrator, Karikaturist, Antiquitätenhändler, Innenarchitekt, Herausgeber und bedeutende kulturelle Persönlichkeit seiner Zeit - den Entschluss, ein Ideal nach Mallorca zu bringen: die ästhetische und menschliche Harmonie des weißen Mittelmeers neu zu erschaffen. Er hatte die Vision, eine touristische Künstlerkolonie und einen Ort der Ruhe zu gründen, einen Platz, an dem man die Seele zur Ruhe kommen lassen und unter dem Schatten der Pinien, zwischen smaragdgrünem Wasser und goldenem Sand, Inspiration finden konnte.
Sein Ziel war es nicht, die Küste einfach zu urbanisieren, sondern ein modernes, mediterranes Dorf zu schaffen: stimmig, in die Landschaft integriert und zutiefst menschlich.
Genau das machte ihn zu einem Pionier. Während andere Küstenregionen der Balearen ohne klare Richtung wuchsen, entstand Cala d’Or aus einer definierten kulturellen und ästhetischen Vision, gestützt auf strenge städtebauliche Regeln zum Schutz der Natur. Einige dieser Prinzipien wurden später in die Gemeindevorschriften von Santanyí übernommen, andere werden bis heute freiwillig von Architekten und Eigentümern weitergeführt.

Der ibizenkische Einfluss: Architektur, geformt durch Licht
Die ersten von Costa Ferrer errichteten Häuser folgten einem unverwechselbaren Stil: kubische Formen, abgerundete und gekalkte Wände, traditionelle Trockensteinmauern mit der charakteristischen „esquena d’ase“ ("Form des Eselsrückens" ), kleine Fenster und flache Dächer.
Diese organischen Formen kreieren Gefühl der stetigen Verbidnung zwischen Architektur und Natur.
Costa Ferrer übertrug die wesentlichen Prinzipien der traditionellen ibizenkischen Architektur auf Cala d’Or:
Reine weiße Fassaden reflektieren nicht nur das Licht, sondern stehen auch für Einfachheit und Ausgewogenheit.
Die kubischen Formen sind von traditionellen Landhäusern inspiriert – rational, ehrlich und zeitlos.
Kleine, geometrisch gestaltete Fenster schaffen eine intime Atmosphäre und ermöglichen natürliche Kühlung.
Flache Terrassen und Dächer sind als Außenwohnräume unter freiem Himmel gedacht.
Die Gebäude sollten niemals die Landschaft dominieren, sondern organisch zwischen den Pinien wachsen und sich in das umliegende Gelände integrieren.
Costa legte sogar fest, dass kein Gebäude höher sein durfte als die höchste umliegende Pinie – ein Grundsatz, der später in Vergessenheit geriet.
Seine Absicht war klar: Architektur sollte nicht versuchen, die Natur zu übertrumpfen, sondern mit ihr in Einklang stehen. Ästhetik sollte einer klaren visuellen Sprache folgen, die das gesamte Ortschaftsbild zu einem kulturellen Statement macht.
So entstand ein einzigartiger Stil: die mallorquinische Interpretation der ibizenkischen Architektur in Cala d’Or – eine persönlich geprägte Vision, die diesen kleinen Küstenabschnitt zu einem der charakteristischsten städtebaulichen Projekte des Mittelmeerraums machte.
Mehr als nur Häuser: Die kulturelle Vision hinter dem Design
Cala d’Or wurde auch als kulturelles Projekt konzipiert. Costa Ferrer stellte sich einen modernen, mediterranen Begegnungsort vor, an dem Kunst, Design, das Leben unter freiem Himmel und der Respekt für die Natur zu einem harmonischen Lebensstil verschmelzen.
Er förderte öffentliche Plätze, ein fußgängerfreundliches Zentrum, Kunstgalerien, Begegnungsstätten und einen entspannteren Lifestyle. Die Küstenwege laden Bewohner und Besucher dazu ein, das Mittelmeer zu betrachten, den traditionellen Fischerbooten, den sogenannten Llauts, beim Einlaufen im Sonnenuntergang zuzusehen oder das Platschen eines Kormorans zu hören, der ins Wasser taucht. Er entwarf sogar eine wunderschöne lokale Kirche. Das war nicht nur Architektur, sondern ein Lebenskonzept.
Nach dem Spanischen Bürgerkrieg und den Veränderungen der 1960er- und 1970er-Jahre wuchs Cala d’Or weiter, doch der ursprüngliche Geist blieb erhalten. Noch heute bewahrt der Ort, besonders im historischen Zentrum, diese Harmonie aus weißen Farben, klaren Strukturen und Licht.
Die Ausstellung „Cala d’Or, la realitat d’un somni“ lässt dieses Erbe wieder aufleben
Im vergangenen Jahr widmete die Gemeinde diesem Thema eine Ausstellung mit dem Titel „Cala d’Or, die Realität eines Traums“ als eine visuelle und dokumentarische Reise durch die Ursprünge des Ortes, das Leben seines Gründers und die Entwicklung seiner Architektur.
Zehn Ausstellungstafeln zeigten historische Fotografien, Originalpläne und persönliche Aufzeichnungen von Menschen, die den Wandel des Ortes miterlebt haben. Costa Ferrers Illustrationen ergänzten die Ausstellung. Gemeinsam boten sie einen klaren Blick auf die Entwicklung des Ortes – von den ersten weißen Häusern bis zum heutigen Stadtbild.
Die Ausstellung unterstrich eine wesentliche Wahrheit: Cala d’Or entstand nicht zufällig, sondern aus der Vision eines hochsensiblen Menschen mit starken ästhetischen Werten und einer klaren Mission – einen schönen, kohärenten, mediterranen und zutiefst menschlichen Ort zu schaffen.
Ein lebendiges Vermächtnis
Wir würden gerne behaupten, dass Cala d’Or die Atmosphäre der Ruhe, Ordnung und des Lichts, die sich Costa Ferrer erträumte, vollständig bewahrt hat. Leider folgten nicht alle späteren Bebauungen seinen ursprünglichen Leitlinien. Dennoch respektieren viele Entwickler und Architekten sein Werk und passen ihre Projekte dem Stil an, der ihm so wichtig war.
An dieser Stelle möchten wir uns für stärkere städtebauliche und landschaftsbezogene Vorschriften einsetzen, um Costas ursprüngliche Vision zu ehren: den Schutz jahrhundertealter Pinien, die Förderung neuer Pflanzungen und die Inspiration öffentlicher und privater Träger, den Ort und seine Umgebung zu bewahren.
Gekalkte Architektur, in das Ortsbild eingewobene Pinien, idyllische Buchten, Meerblicke und ruhige Spazierwege sind und bleiben ein zentraler Teil der Identität von Cala d’Or – ein kulturelles und biologisches Erbe, das unbedingt geschützt werden muss.
Im Inturotel schätzen wir die Geschichte dieses einzigartigen Ortes sehr und teilen Costas Ideale. In der heutigen Klima- und Umweltkrise sind seine Prinzipien aktueller denn je. Unser Ziel ist es, diese visionäre Philosophie in unseren Häusern in Cala d’Or umzusetzen und wunderschöne, harmonische Orte zu schaffen, an denen unsere Gäste wirklich entspannen und unvergessliche Urlaubserinnerungen sammeln können.
Cala d’Or ist im Kern ein mediterraner Traum, der Wirklichkeit wurde. Mit einem Aufenthalt bei uns werden Sie Teil dieses Traums. Hier treten das Meer, die Pinien und das Sonnenlicht in einen stillen Dialog mit der Architektur. Das Licht tänzelt über weiße Wände wie der Pinselstrich eines Künstlers. Jeder Winkel lädt dazu ein, innezuhalten und die natürliche Schönheit zu bewundern.
Wir freuen uns darauf, Sie im
Inturotel in Cala d’Or willkommen zu heißen – Ihrem kleinen mediterranen Paradies.